1.04.2011
Ortsbürgermeister Franz-Josef Neises:
Legal parken, heißt aber nicht automatisch kostenfrei
Serrig. (red) Kostenfreies Parken auf dem Petersplatz, wie auf dem linken Foto vom Februar 2011 erkennbar, wird es künftig nicht mehr geben. Die Ortsgemeinde Serrig macht nun ernst mit der Parkraumbewirtschaftsordnung EcP-Norm 27876-72 vom 10.01.2006. In einem Übergangszeitraum von 6 Jahren hat jede Gemeinde zur künftigen Herabsetzung der kommunalen Haushaltsdefizite eine örtliche Parkraumbewirtschaftsmaßnahme einzuleiten. Das heißt: Orientiert an der Einwohnerzahl muss jede Kommune nun kostenpflichtigen Parkraum innerorts vorhalten und bewirtschaften. In Serrig ist dies nun für den örtlichen Petersplatz umgesetzt worden. Insgesamt 6 Parkuhren hat die Gemeinde auf dem zentralen Platz installiert. Ein weiterer kostenpflichtiger Platz wird noch später in der Kurve der Hauptstraße, in der Höhe der Ortskirche, geschaffen. Die Parkgebühr liegt bei 20 Cent pro Stunde. Ein Dauerschein für 24 Stunden schlägt mit 1,00 Euro zu buche. Übernommen hat man als gute Idee, die kostenfreie Brötchentaste aus Saarburg. Bedenken, dass die Bürger nicht an dieser Entscheidung beteiligt oder vorher gehört wurden, besteht wohl beim Rat der Gemeinde nicht. Wie man aus Ratskreisen hört, sieht man schon länger das Dauerparken der Einwohner kritisch. Einerseits führe dies bei den zahlreichen Touristen dazu, dass sie gezwungen sind, außerhalb des Dorfes zu parken und dann eine lange Wegstrecke zu Fuß zur Ortsmitte in Kauf nehmen müssen. Andererseits sei natürlich das Dauerparken durch Einheimische völlig legal, aber so Ortsbürgermeister Franz-Josef Neises, was legal ist, müsse nicht kostenfrei sein. Auch die Folgekosten habe man im Griff. Selbstverständlich könnten zur Überwachung des Parkraumes, so Neises, keine Ressourcen durch die Gemeindebediensteten zur Verfügung gestellt werden. Aber in Serrig gäbe es ausreichend viele Ruheständler, die sicherlich motiviert wären, ein solches Ehrenamt zu übernehmen. Das sei fast kostenneutral, nur einen diesbezüglichen Anschaffungsbetrag für Dienstmützen wäre im Haushaltstitel auszuweisen. Man habe schon positive Signale erhalten, so dass man in den nächsten Tagen Bewerbungsgespräche durchführe. Bezweifelt werden muss, ob man bei dieser einschneidenden Aktion, hier nicht doch die Bürgerinnen und Bürger von Serrig unterschätzt. Zumal man erwarten konnte, dass eine diesbezügliche Bürgerinformation, vor den erst kürzlich stattgefundenen Wahlen, hätte erfolgen müssen. Der Rat sollte aber auf jeden Fall umgehend, die Parkuhren für eine gewisse Zeit durch die Freiwillige Feuerwehr Serrig, auch nachts, überwachen lassen. Wie durchgesickert ist, soll nämlich das Parken für die Vorstandsmitglieder aller Serriger Ortsvereine sowie der Ratsmitglieder kostenfrei sein.